Austrian International Amateur

Auch in diesem Jahr spiele ich die Internationale Österreichische Amateur Meisterschaft, welche auf dem Golfplatz Linz St. Florian stattfindet.

Mit zwei weiteren von SwissGolf selektionierten Spielern und mit Philippe Freiburghaus als Team Coach der Schweiz, reisen wir am Dienstagmorgen mit dem Team-Bus nach Linz. Müde von der langen Fahrt checken wir im Hotel ein und gehen direkt auf den Golfplatz Linz, wo wir uns für das Turnier einschreiben und eine erste Proberunde spielen.

Nach den gespielten 18-Loch besprechen wir beim Nachtessen die ersten Erkenntnisse und Eindrücke des Platzes und bereiten uns auf die „richtige, strategisch ausgerichtete Proberunde“ vor.

Der Tag beginnt früh, da wir bereits um 08:00 einen Abschlag reserviert haben. Heute spielen wir 18-Loch im Wettkampfmodus, indem wir intern gegeneinander spielen und eine teaminterne Bestrafung für die Verlierer definieren. Dies machen wir, um uns selber unter Druck zu setzen – das Spielen unter Druck soll simuliert werden.

Nach beendeter Runde steht am Nachmittag eine kurze Trainingssession an, um die Distanzkontrolle zu verbessern und das Gefühl für die Greens zu bekommen.

Turniertag 1

Heute starte ich in der Vormittagsgruppe und bin hochmotiviert für das Turnier. Ich spiele eine solide Runde mit 2 Schlägen unter PAR, womit ich mich in den TOP 20 platziere, was eine gute Ausganglage ist. Das Langspiel ist gut das Kurzspiel auch, jedoch habe ich mit den 50m bis 120m Schlägen grosse Probleme. Nach der Runde gilt es also, diese Distanzen in den Griff zu bekommen. Auf der Driving-Range arbeite ich an diesen Distanzen und fühle mich nun bereit für den nächsten Tag.

Turniertag 2

Die Startzeiten im 120er Teilnehmerfeld werden gedreht und somit starte ich am zweiten Tag in der Nachmittagsgruppe. Die Bälle fliegen weiter weil es wärmer ist und die Greens sind trockener und somit noch schneller als am Vormittag. Mit diesen Infos und einem guten Langspiel starte ich in die zweite Runde.

Meine Distanzkontrolle bei den langen Schlägen ist sehr gut, jedoch habe ich Probleme mir eine gute Birdie Chance zu erspielen. Nach den ersten 9 Loch bin ich zwei über PAR und weiss, dass ich noch einiges gut machen muss auf den zweiten 9 Loch. Dies gelingt mir zum Glück auch und ich kann mit einer PAR Runde die zweite Runde vernünftig beenden.

Aber… heute ist mein Putting schwach. Mit 38 Putts auf 18 Loch habe ich 8 Putts mehr als auf meinen derzeitigen Durchschnittsrunden. Nun weiss ich was zu tun ist. Straftraining auf dem Green – das muss jetzt sein!

Turniertag 3Moving Day

Mit den bisherigen zwei unter PAR befinde ich mich knapp in den TOP 30 und habe 8 Schläge Rückstand auf den führenden Franzosen, der im WAGR etwa auf Position 100 liegt.

Ich starte sehr solide in die dritte Runde und bin nach 9 Bahnen drei unter PAR. Auf dem Green fühle ich mich sehr wohl und loche auf den zweiten 9 zu drei weiteren Birdies ein. Auf Loch 12 gelingt mir sogar ein Chip in – zum Eagle, was mich meine Runde mit fantastischen 8 unter PAR beenden lässt. — das ist das tiefste Resultat, das ich in meiner Karriere bisher gespielt habe. Unglaublich dazu: Ich pulverisiere den bisherigen Platzrekord von 7 unter Par und bin neuer Platzrekordhalter. – leider bleibt mir dieser nur 30 Minuten, da der einheimische Christoph Bleier (AUT) eine 10 unter PAR Runde hinlegt und somit meinen Platzrekord am selben Tag vergessen macht. Ich gratuliere Bleier zu seinem neuen Platzrekord und stelle mich vor, da wir am Finaltag zusammen spielen.

Turniertag 4Final day

Mit meinen 8 unter PAR am Vortag befinde ich mich nun auf dem dritten Zwischenrang mit satten 6 Schlägen Rückstand auf den Führenden und mit drei Schlägen Rückstand auf den Zweitplatzierten – ich habe somit 20 Plätze vorwärts gemacht. Im „Leaderflight“ mit den beiden „Konkurrenten“ habe ich heute jederzeit den direkten Vergleich und weiss immer wer wie viele Schläge auf dem Konto hat. Ich werde zum Jäger, denn niemand rechnet mit mir. Meine Schwester Gianna ist heute mein Caddy und hilft mir locker und konzentriert zu spielen. Ich will etwas Gewinnen und nicht nach hinten absichern.

Die ersten 9 Loch spiele ich richtig gutes Golf und kann 6 Birdies auf meine Scorekarte schreiben, vier Birdies schreibe ich in Folge. Meine Konkurrenten nehmen mich war… gut so. Auf dem Loch 10 loche ich zu einem weiteren Birdie ein und liege nun -7 nach 10 Loch auf diesem extremen Kurs. Nach einem soliden PAR auf Loch 11 gelingt mir ein phänomenaler Schlag, welcher mir eine Eagle-Chance ermöglicht, die ich ohne zu zögern nutze. Ich lieg nun 9 unter PAR nach 12 Loch.

Auf der schwierigen 13 habe ich Glück und mein Ball springt mit Kick aufs Green und ermöglicht mir eine weitere Birdie Chance. Heute nutze ich alle – die Putts sind „Routine“ und ich befinde mich auf Platzrekord-Kurs nach 13 Löchern und übernehme die Führung. Mit diesem Gedanken im Kopf mache ich auf Loch 14 & 16 jeweils ein Bogey, was mich auf -8 zurückwirft. Die letzten beiden Löcher weiss ich, dass ich Schlaggleich mit dem Führenden und dem Zweitplatzierten bin – mein Informatikkopf hat schnell gerechnet – und nun sollen die letzten beiden Löcher entscheiden.

Auf Loch 17 spielen meine „Konkurrenten“ jeweils ein Bogey – sie zeigen Nerven, und fallen einen Schlag zurück, sodass ich mich nun in Führung auf das Loch 18 begebe. Ich habe die Ehre, wieder spiele ich einen sauberen Drive und ein lockeres Eisen, aber relativ angespannt auf`s Green und habe noch 6 Meter zum Loch. Birdie Putt? Ich konzentriere mich bei diesem Putt, wie ich mich noch nie für einen Putt konzentriert habe. Ich atme durch, mein Herzschlag pumpt, ich lese die Linie zwei, drei Mal von jeder Seite, denn meine Gegner haben noch zu tun mit Sandbunker und Greenlinie. Der wichtigste Putt meiner bisherigen Golfgeschichte steht an – und ich lasse den Putt 50cm zu kurz. Taktisch ok, denn meine Konkurrenten müssen. So nervös wie noch nie begebe ich mich zu meinem Ball, meine Konkurrenten spielen Bogey und PAR und ich loche meinen Putt kurz und schmerzlos ein – Turniersieg! Applaus von allen Seiten — ein ungewohnter, neuer aber extrem emotionaler Moment für mich, meine Familie und meinem Coach Philippe Freiburghaus. Danke allen, die mich immer unterstützen – meine intensive Arbeit trägt Früchte!

Diesen Beitrag teilen

4 Kommentare

  1. Hi Mauro, ich gratuliere dir zu deinem Erfolg auch noch auf diese Weise!
    Geduld und deine stetige akribische Arbeit hat nun die ersten Früchte getragen! Wünsche dir weiterhin viel Spass und weitere so schöne Erfolge.
    Gruss Marc

  2. Ganz herzliche Gratulation zu diesem tollen Erfolg. Ich mag es dir von Herzen gönnen. Weiter so, dann muss Papi bald nicht mehr arbeiten gehen. Profis verdienen doch recht gut! So meine ich mindestens bei einer Mio Franken pro Jahr.

    Übrigens habe ich am Montagabend auf ORF 2 eine Aufzeichnung mit Interview gesehen. Leider aber haben sie nur die Profis und ein Interview mit einem Österreichischen Profi gezeigt. Hätte mich gefreut, dich anstelle dieses Österreichers zu sehen.

    Weiterhin viel Erfolg und Ausdauer.
    Liebe Grüsse
    Linus

  3. Well done, Mauro! I‘m impressed🆒😎👍🏽

  4. Super! Herzliche Gratulation dir und dem ganzen Team!
    Weiter so!
    Grüße aus dem Ticino
    Markus Kälin

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*