European Team Championship 2021

Nach einer sportlich soliden Leistung an der Einzel EM in Frankreich werde ich auch dieses Jahr von Swiss Golf für die Team Europameisterschaft in Spanien nominiert. Ich bin hoch motiviert die letztjährige Bronze Medaille zu verteidigen oder diese sogar zu übertrumpfen. Im diesjährigen Teilnehmerfeld befinden sich mehr Nationen als im Vorjahr, was aber auch bedeutet, dass die Konkurrenz grösser sein wird.

Modus: Im diesjährigen Format treten wir als sechsköpfiges Team an. An den ersten beiden Turniertagen steht die Qualifikation über 2x 18 Loch Strokeplay an, bei welchem jeweils ein Streichresultat pro Team und Runde steht und die andern fünf Scores in die Teamwertung kommen. Hier gilt es sich für die Top 8 zu qualifizieren, damit wir im Team Machtplay um die Medaillenränge spielen können. Das Matchplay um die Top 8 wird folgendermassen ausgetragen werden.
Vormittag: 2 Foursome Matchplay und am Nachmittag 4 Einzelmatchplays. Dies bedeutet, zwei oder mehr Spieler des Teams am Vormittag und am Nachmittag eingesetzt werden, und die anderen Spieler auf die Einsätze aufgeteilt werden. Team ist also gefragt – nicht ganz typisch im Golf.

Unser Swiss Golf Team – Ziel ist klar – die Leistung vom letzten Jahr soll übertroffen werden.

Angekommen auf dem PGA Catalunya Resort, wahrlich ein fantastischer Golfplatz, müssen wir uns an die Hitze und die Luftfeuchtigkeit gewöhnen, und uns einen Eindruck von den Greens und dem Rasen zu machen. Es ist heiss, es windet, eine Hitzewoche steht bevor.

Die Proberunde macht Freude, einem Platz in einem solch gutem Zustand spielen zu dürfen ist ein Genuss und die strategische Aufteilung der Einsätze beginnt. Robert kennt diesen Platz fast auswendig und kann uns bereits auf der ersten Runde hilfreiche Tipps geben. Die zweite Proberunde am darauffolgenden Tag nutzen wir, um ein internes Swiss Team Matchplay zu spielen. Ein wenig Druck muss sein, das Team ist ehrgeizig und will etwas gewinnen.

Strokeplay Runde 1

Ich starte als letzter Schweizer in die erste Runde und spiele solide. Als Letzter zu starten ist nicht ohne, denn ich kenne bereits ein paar Resultate und sollte wenn möglich einen guten Score liefern. Auch wenn ich einige Birdie Putts verpasse, kann ich im Gegenzug einige Pars retten und somit eine solide Runde von 1 unter PAR ins Clubhaus bringen. Ronan spielt mit einer 4 unter PAR Runde den drittbesten Score des Tages und wir rangieren uns als Nation vorerst leider «nur» auf Rang 8.

Strokeplay Runde 2

Heute gilt es als Team möglichst gut zu performen und mit 1-2 tiefen Scores unter die ersten 4 zu kommen, um im Tableau den «besseren» Gegner für das Viertelfinale zu bekommen. Ich starte wiederum als Letzter, was bedeutet, dass im Falle eines knappen Zwischenstandes für die Top 8, ich allenfalls noch ein paar wichtige Birdies bringen sollte. Ich schätze das Vertrauen des Teams, starte aber nicht optimal in den zweiten Tag. Nach 11 Loch bin ich bereits 3 über PAR und bekomme die Info, dass eine Runde von 1 über PAR dem Team wohl reichen würde, um die Top 8 zu erreichen. Ich raffe mich zusammen und kann zwei Birdies aber auch ein Bogey auf den folgenden vier Löcher spielen und liege nun +2. Auf den letzten vier Löcher verpasse ich das Green viermal und kann trotzdem aus schwierigen Lagen immer wieder das PAR retten. Ich bringe eine solide Runde, unter viel Druck, mit +2 ins Clubhaus zurück. Niedergeschlagen von den letzten Löchern und emotional in einem Tief, da mir nur 1 Schlag gefehlt hat, um das Team in die Top 8 zu retten, unterzeichne ich meine Scorekarte und brauche erstmal einen Moment für mich.

Wir rangieren uns schlussendlich zwei Schläge hinter Österreich und ein Schlag hinter Portugal auf dem 10. Rang und spielen somit in der unteren Tableau Hälfte um die Ränge 9 bis 16.

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Schweiz VS Italien
Das erste Spiel bestreiten wir gegen Italien, welche wir im Vorjahr bereits im Match um die Bronzemedaille geschlagen haben und somit alle positiv gelaunt sind. Mit einer positiven Einstellung bleibt es lange ausgeglichen gegen die Italiener. Ich kann mein Spiel nicht gewinnen, bin enttäuscht von mir selbst aber habe gemerkt das die Emotionen vom Vortag immer noch eine Gewisse Ermüdung mit sich tragen auch noch am heutigen Tag. Daher fällt es mir schwer mein bestes Golf abzurufen und ich bin recht niedergeschlagen. Schlussendlich verliert Robert das letzte Match auf dem letzten Loch knapp und wir verlieren gegen unsere Erz Rivalen knapp.

Schweiz VS Island

Die Tage werden immer länger und es wird immer wärmer. Gegen Island starte ich nicht optimal und bin bereits nach 7 Löchern Mit zwei Lochverlusten 2 DOWN. Ich raffe mich zusammen und gewinne die nächsten drei Löcher nacheinander. Es geht solide weiter und ich kann durch einen Fehler des Islanders nach 13 Loch mit 3 Löchern Vorsprung etwas durchatmen. Auf Loch 15 kann ich mein Match gewinnen denke ich mir nun. Ich weiss dieser Gedanke muss ich schnell aus dem Kopf bekommen und einfach mein Golfspiel spielen. Der Isländer schlägt zwischen den Bäumen und ohne Sicht auf das Green auf Loch 15 einen Eagle und ich verliere das Loch mit einem Birdie.  Auf Loch 17 kann ich dann das Match mit einem lockeren PAR beenden und hole einen Punkt für die Schweiz. Auch die restlichen Teamkameraden können einige Punkte liefern, sodass wir gegen Island gewinnen und somit gegen Portugal um den 11. Rang spielen können.

Schweiz VS Portugal

Unser Foursome Pairing funktioniert ok, jedoch konnten sie gegen Italien und Island nicht punkten, was bedeutet, dass etwas geändert werden kann. Ich melde mich um mit Nicola zusammen das Foursome am letzten Tag gegen Portugal zu spielen und wir merken schnell, dass es gut harmoniert. Meine Abschläge sind oft platziert und Nicolas Eisen ebenfalls. Auf dem Green verpassen wir beide einige Chancen aber können dafür auf den wichtigen Löchern die Putts lochen. Schlussendlich gewinnen wir bereits nach Loch 14 das Match gegen die zwei Portugiesen und holen somit den ersten Punkt für die Schweiz an diesem Tag. Das Letzte Match ist knapp aber auch dieses können wir für uns entscheiden und uns somit auf dem 11. Schlussrang vor Portugal klassieren.

Im Grunde bin ich zufrieden mit meiner Leistung an der Diesjährigen Team EM. Ich habe gezeigt, dass ich Verantwortung übernehmen kann und will und dass ich bereit bin für kurzfristige Anpassungen im Team oder der Taktik. Es gilt nun das ganze zu reflektieren und bereits Schlüsse zu ziehen, was anders gemacht optimiert werden kann.

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1 Kommentar

  1. Weiterhin alles Gute und viel Erfolg!👏👍

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