Omega European Masters 21

Zum ersten Mal in meiner bisherigen Karriere bekomme ich durch eine Einladung vom SwissGolf die Möglichkeit am European Tour Event in Crans Montana teilzunehmen. Ich weiss nicht, was auf mich zukommt, da ich bisher nur auf der ProGolf Tour PRO-Turniere gespielt habe.

Ich bin hoch motiviert und setzte mir das Ziel die Erfahrung Crans Montana Omega Master zu geniessen und alles auf mich zukommen zu lassen. Mein Caddy Hendrik und meine Mutter begleiten mich nach Crans Montana, wo wir eine perfekte AirBnB Unterkunft gebucht haben.

Wir reisen am Montag nach Crans Montana und besuchen sofort die Driving Range – eine grossartige Sache hier zu sein. Die Tribüne und die ganze Atmosphäre ist ungewohnt, sogar schon ohne Zuschauer.

Der Dienstag ist der offizielle Proberunden Tag, wo sich jeder Spieler selber eine Teetime reservieren kann. Wir starten die Proberunde am Mittag und ich spiele mit zwei coolen und lockeren Typen meine Runde. Alles ist neu. Ich muss mich auf die Längen einstellen und die Greens neu kennenlernen, da die Beschaffenheit des Platzes von einem Normalturnier in Crans extrem abweicht.  Der gesamte Platz ist kürzer gemäht und alles ist härter, die Greens extrem schnell und ebenfalls sehr hart. Meine Spielanpassung an die herrschenden Konditionen gelingen mir gut, und zusammen mit meinem Caddy stellen wir fest, dass ich grundsätzlich auf gleichem Niveau spiele wie meine beiden Flight-Partner, welche schon mehrere Jahre auf der European Tour sind. Ich weiss aber auch, dass sie über mehr Erfahrung verfügen als ich, und dass sie sicher mit Drucksituationen besser umgehen können als ich – aber ich will ja geniessen.

Am Mittwoch steht das Pro-Am an, an welchem keine Amateure dabei sind. Ich nutze diesen Tag, um noch ein wenig zu trainieren und mich gut zu erholen. Am nächsten Tag wird einiges auf mich zukommen. Am Vorbereitungstag darf ich den Tour Truck von Callaway besuchen – hier werden die Cracks mit dem besten Material bedient. Durch Absprache mit Marco Meyer, meine Vertrauensperson von Callaway Schweiz, werde ich mit einem frischen Satz Wedges und einem perfekten Putter ausgerüstet. Nun gilt es diese kurz einzuspielen und danach ist ERHOLUNGSZEIT.

Donnerstag Turnierstart

Endlich, mein erster Start auf der European Tour. Ich starte auf Loch 10 und bin wie erwartet ziemlich nervös und angespannt. Der erste Abschlag mit dem Eisen 4 gelingt mir gut und ich setzte ihn präzise aufs Fairway. Der zweite Schlag mit meinem Eisen 8 startet direkt auf die Fahne, ist aber 5 Meter zu lag und springt vom Green ins dicke Semi-Rough. Hier muss ich ein Bogey in Kauf nehmen und weiss, dass ich auf den ersten paar Löchern mit ein wenig Adrenalin in meinem Körper rechnen muss.

Es läuft jedoch weiterhin nicht optimal. Ich muss weitere Bogey`s  in Kauf nehmen und kann leider keine Birdies machen. Auf Loch 14 passiert mir ein Missgeschick und ich muss eine 8 auf meine Scorekarte schreiben. Nun weiss ich, dass ich etwas verkrampft bin. Trotzdem versuche ich die letzten Löcher zu geniessen – hier finde ich auch ein wenig zu meinem Spiel zurück. Die erste Runde beende ich mit 11 über PAR und ich bin natürlich sehr enttäuscht. Heute stand da draussen ein fremder Mauro,  ich war nicht mich selber, ich konnte nicht mein Golfspiel zeigen – ich habe versucht alles perfekt zu machen, wollte niemand enttäuschen und vergass meine Freude und Lockerheit.

Freitag zweite Runde

Heut spiele ich einiges lockerer und spüre einen extremen Unterschied zu gestern. Auch heute fälle ich einzelne schlechte Entscheidungen und bin nicht immer 100% entschlossen mit dem was ich tue, was mir wieder ein paar Bogeys auf die Scorekarte bringt. Immerhin gelingt mir heute auf dem 9. Loch vor der Tribüne ein perfektes Birdie und ich darf hier die Emotionen der Zuschauer spüren, was mich extrem freut und auch zusätzlich motiviert hat. Auf den zweiten neun Loch gelingt mir leider kein Birdie mehr, da ich auf dem Green einige Chancen verpasse. Ich kann die Runde aber mit 5 über PAR beenden und sehe somit eine enorme Steigerung zum Vortag. Ich nehme viele positive Aspekte aus diesen beiden Runden mit.

Nun gilt es diese Spieltage zu analysieren, die Emotionen und Erfahrungen einzuordnen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Das nächste European Tour Event kommt bestimmt.

Fazit
Ich habe gesehen, wohin ich will. Das Niveau meines Golfspiels ist grundsätzlich nicht weit weg vom Niveau auf der European Tour, aber es fehlt noch viel Erfahrung auch im Umgang mit Erwartungsdruck. Ich blicke auf eine spannende Woche zurück. Resultatmässig habe ich mein Ziel nicht annähernd erreicht, aber ich habe sehr viel gelernt. Ich durfte eine bittere Erfahrung auf einem richtig schwierigen Platz mit einem extremen Setting machen. Mein Weg stimmt, weitere Gelegenheiten werden kommen, dann will ich besser sein. Ein erfolgreicher Sportler muss auch mal einen Schritt rückwärts machen, um noch besser zu werden. Ich schaue nach vorne und kenne meine Hausaufgaben – danke Crans, danke an alle, die an mich glauben.

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